Erfahrungsbericht Eversberg vom 19.09.2004 bis zum 22.09.2004
Die Klasse 8 b der Pestalozzischule (Sonderschule für Lernbehinderte) führte in der oben angegebenen Zeit ein Training zum sozialen Lernen im Matthias-Claudius-Haus in Eversberg der Leitung von Oliver Teipel vom Verein für Kinder und Jugendhilfe Arnsberg e.V. durch. Es nahmen acht Schüler und vier Schülerinnen an dieser Veranstaltung teil.
Ablauf der Veranstaltung:
Sonntag 19.09.04
12:00 Uhr
Ankunft, Mittagessen, einrichten
15:00 Uhr
Spiele:
Innen:
Vorstellung Namen, Alter, Hobbys, was habe ich vorher getan?
Welche Erfahrungen habe ich?
Draußen: Gruppenspiel:
- Decke wird zwischen 2 Gruppen als Sichtschutz gehalten, je ein Teilnehmer der anderen Gruppe setzt sich mit dem Rücken zur Decke, die anderen müssen pantomimisch darstellen, wer es ist. Wenn richtig, wechselt er zur anderen Gruppe.
- Seilspringen mit Durchlaufen, Var. mit Zwischensprung: bei Fehler muss ganze Gruppe neu Anfangen
- Stellen in immer kleine werdendem Kreis
- Kettenfangen mit Zeitungsrollen in zunächst kleinem dann größerem Spielfeld, mit Seilen eingefasst
18:00 Uhr
Abendessen
Montag, 20.09.2004
08:15 Uhr
Frühstück
Morgenkreis: Wie fühlst du dich? Was wünschst du dir?
Draußen:
Kalkulator: kreis Zahlenbrettchen, Startlinie, jeder muss genau einmal ein Brettchen antippen, Zeit!
- Kreisseil, einer in der Mitte abschlagen
- Flussspiel: Als Gruppe über kleine Brettchen „balancierend eine imaginären Fluss überqueren (nur als Gruppe lösbar, alle mit einbeziehen, auch die Ungeschickten, ertragen von Frust)
12:00 Uhr
Mittagessen
Nachmittag
Innen:
Schnelles Namensagen
Draußen:
Menschl. Pendel, Körperspannung
- Wild Woosel auf Drahtseilen,
- Riesen-Elfen-Zauber#
- Speedy Gonzales
- Allgem. Rückmeldung über Gruppenverhalten
18.00 Uhr
Abendessen
Abends:
Nachwanderung m. Herrn Schubert (Matthias-Claudius-Haus)
Dienstag, 21.09.04
08:15 Uhr
Frühstück
Morgenkreis: Klärungsrunde, Trainer hatten eigentlich anderes geplant,
stellten dann aber um auf „Herausforderung", ganztägig Klettergarten:
- Himmelsleiter intensive Gruppenerfahrung: Erreichen des (Höhen-) Zieles nur mit gegenseitiger, dreifacher Absicherung und zeitaufwändiger Vorbereitung, durch gute Gemeinschaftsarbeit alle zufrieden
12:00 Uhr
Mittagessen
Nachmittag:
Fortsetzung
18:00 Uhr
Abendessen
Abends
Stockbrot am Kamin, dann noch einmal Nachtwanderung, nun selbständig geplant
Mittwoch, 22.09.04
08:15 Uhr
Frühstück
Abschluss
Verpflegung im Säuresee: Aufgaben, die die Gruppe nur gemeinsam durch gemeinsames Ausprobieren lösen kann und mit Erfolg gelöst hat.
Allgemeine Zufriedenheit.
Zusammenfassung:
Durch Aktivitäten wurden Probleme innerhalb der Gruppe aufgedeckt, bearbeitet und (zumindest teilweise) gelöst. Sie waren so gestaltet, dass Ziele meist nur gemeinsam, auch unter Einbeziehung der „schwächeren" Schüler, erreicht werden konnten, Es gab nie nur einen Gewinner. Ein „Sich-Herausheben" aus der Gruppe wurde nicht (wie sonst oft im täglichen Leben) belohnt. Dafür brachte ein ausgewogenes Miteinander unter Einbeziehung der Fähigkeiten und Eigenarten aller Teilnehmer das gewünschte Erfolgserlebnis. Der Klettergarten hatte einen hohen Aufforderungscharakter und die dort möglichen Aktivitäten sind sehr gut dazu geeignet, Erfahrungen im sozialen Kontext einer Klassengemeinschaft zu machen, die im normalen Schulalltag in der Form und der Intensität sicherlich nicht möglich sind. Durch die qualifizierte Betreuung sind zwischenzeitlich aufgetauchte Probleme in der Gruppe konstruktiv gelöst worden.
Für uns war diese Arbeit zum sozialen Lernen in der angebotenen Form sehr lohnend. Ein oder zwei Tage mehr wären sicherlich noch ein deutlicher Gewinn gewesen.



