Bericht über die Klassenfahrt der 8a Theodor-Heuss-Schule nach Eversberg

Die Klasse 8a nahm in dem oben angegebenen Zeitraum an dem Projekt „Seilschaft" unter der Leitung von Oliver Teipel und Frank Feldmann in Eversberg im Matthias-Claudius-Haus teil.

Ausgangssituation der Klasse
Die Klasse 8a ist eine recht kleine Klasse mit SchülerInnen im Alter von 14 bis 16 Jahren. Zum Schuljahresbeginn sind 4 neue SchülerInnen in die Klassengemeinschaft dazu gekommen. Wir hatten gehofft, dass diese neue Klassengemeinschaft durch die Fahrt nach Eversberg und vor allem durch das Projekt „Seilschaft" gestärkt werden und zusammen wachsen würde. Leider jedoch fuhren 3 Schülerinnen der neu hinzu gekommenen SchülerInnen nicht mit.

In der Klasse bestand im Allgemeinen ein gutes Klassenklima. Einigen fiel es allerdings immer wieder schwer, sich an gewisse Regeln zu halten und sich in ihren Verhaltensweisen auch mal zurück zu nehmen.

Situation vor Ort
Ich durfte als Lehrperson entscheiden, ob ich bei allen, bei einigen Aufgaben oder gar nicht mitmachen wollte. Ich entschied mich dafür, einiges mitzumachen - in Absprache mit Oli und Frank - und einiges nicht. Rückblickend war diese Entscheidung genau die richtige. Einerseits konnte ich so manchmal die Beobachterrolle einnehmen und andererseits musste ich mich einfach auch aus bestimmten Spielen heraushalten. Manchmal fiel es mir wirklich schwer, mich zurückzuhalten.

Die SchülerInnen - und ich auch - sind durch die Aufgaben und letztendlich durch das Hinaufklettern der „Himmelsleiter" zum Teil an ihre Grenzen gestoßen. Zudem haben sie aber auch die Grenzen ihrer MitschülerInnen erfahren und gelernt, diese zu akzeptieren.

Sie mussten sich gegenseitig unterstützen, verständigen, Absprachen einhalten, Kritik annehmen und akzeptieren und zu guter Letzt die Verantwortung für einen ihrer Klassenkameraden an der Himmelsleiter übernehmen.

Nach jeder Aufgabe gab es eine Reflexionsphase im Kreis. In dieser hatte jeder Schüler die Gelegenheit, etwas zur Aufgabe zu sagen und vor allem auch dazu, was sie gestört hat.

Die SchülerInnen der Klasse 8a haben Berichte zu verschiedenen Punkten der Klassenfahrt geschrieben. Wichtig war es ihnen, die „großen Spiele" und das Matthias-Claudius-Haus zu beschreiben.

Matthias-Claudius-Haus
In dem Haus gibt es gut eingerichtete Zimmer mit Balkon und nebenan befindet sich ein großes Bad. Außerdem ist in dem Haus eine Feuerstelle, wo wir einen Abend Stockbrot gebacken haben. Das Haus hat sehr große Flure, einen großen Essraum und das Essen schmeckt auch sehr gut. Draußen gibt es einen Fußballplatz, einen Basketballkorb und viel Wald. Wenn man etwas Süßes haben möchte, bekommt man immer etwas bei dem netten Hausleiter. In der unteren Etage steht ein Kicker und eine Tischtennisplatte. Nebenan gibt es einen großen Trockenraum. Jede Besuchergruppe bekommt einen eigenen Gruppenraum mit einem eigenen Getränkekiosk. In der oberen Etage befindet sich ein Fernsehraum.

Die Wippe
Bei der Wippe wurde die ganze Klasse in 2 Gruppen aufgeteilt. Immer einer aus der Gruppe musste gleichzeitig mit einem aus der anderen Gruppe auf die Wippe steigen. Das Ziel bestand darin, die Wippe gerade zu halten ohne den Boden zu berühren.

Als wir zum ersten Mal die Wippe sahen, dachten wir, wir sind im Kindergarten. Die Betreuer Oli Teipel und Frank Feldmann erklärten uns die Regeln für die Aktion auf der Wippe. Als wir uns in 2 Gruppen aufgeteilt hatten, begannen wir immer einzeln mit der Hilfe der anderen auf die Wippe zu steigen. Wir mussten immer wieder von vorne anfangen und plötzlich fing es an zu regnen. Ein paar Schüler hatten keine Lust mehr und stellten sich unter die Wand. Sie wollten den Regen abwarten. Die restlichen Schüler riefen dann die anderen zurück, doch sie wollten nicht mehr mitmachen. Also mussten die anderen alleine das Spiel zu Ende bringen.

Als wir aufhörten, haben Oli und Frank mit uns einen Kreis gebildet und den Schülern, die nicht mit gemacht haben, Fragen gestellt. Doch sie konnten keine vernünftigen Antworten geben. Wir beschlossen aber, das nächste Spiel auf jeden Fall alle zusammen durchzuziehen. Dann kam „die Wand".

Die Wand
Oli und Frank haben uns das Spiel mit der Wand erklärt. Wir mussten vor einer Sturmflut wegrennen und als Klasse eine ca. 3,50 m hohe Wand hochklettern. Wir durften nichts als Hilfsgegenstände benutzen. Wir durften uns nur untereinander helfen. Wir haben immer wieder gemeinsam eine Räuberleiter gemacht, bis alle außer Denis oben waren. Dass Denis als letzter unten übrig bleibt, war abgesprochen. Er versuchte an der Wand hoch zu springen. Das hat nicht geklappt. Peter hat dann mit Denis getauscht, ist runter gesprungen und hat Denis hoch geholfen. Peter hat einen Berg mit Laub gebaut. Nach bestimmt 10 Versuchen hat Peter es geschafft hoch zu kommen. Er hat Schwung geholt und ist hoch gesprungen. Zwei Schüler von oben haben Peter an der Hand festgehalten und hoch gezogen. Die beiden oben wurden von anderen Mitschülern gesichert. Nicht alle Schüler konnten jemanden hochziehen, weil wir oben auf der Wand zu viele waren.

Uns hat diese Aufgabe sehr gut gefallen. Wir waren froh, als wir alle endlich oben waren.

Die Himmelsleiter
Zuerst haben wir Dreiergruppen gebildet und besprochen, wie wir uns absichern. Bevor wir die Himmelsleiter hoch geklettert sind, haben wir in den Gruppen besprochen, wie wir am schnellsten die Leiter hochkommen. Dann wählte jeder von den Kletterern selbst einen Hauptsicherer und den Nebensicherer. Die Kletterer bekamen eine Kletterausrüstung umgeschnallt und der Hauptsicherer auch. Dann ging es los. Wir mussten uns in den Gruppen gut absprechen, anschließend musste man sich auch gut konzentrieren. Wenn einer aus der Dreiergruppe nicht mehr höher wollte, waren alle damit einverstanden.

Ergebnisse des Projekts „Seilschaft"
Die Ergebnisse werden gut deutlich durch die schriftlichen Äußerungen der SchülerInnen der Klasse 8a:

„Ich finde, die Klassenfahrt hat viel gebracht, denn meiner Meinung nach halten wir mehr zusammen und vertrauen uns mehr. Die Freundschaft untereinander hat sich verstärkt." (Denis)

„Ich finde, dass die Klasse nach der Klassenfahrt ruhiger wurde." (Fabian)

„Ich finde, dass es nach der Klassenfahrt viel besser läuft. Es ist leiser geworden und die Klasse hält viel mehr zusammen." (Andre)

„Im Allgemeinen fand ich die Klassenfahrt gut. Durch die Klassenfahrt habe ich meine Mitschüler besser kennen gelernt. Seitdem kann ich mit ihnen viel offener reden. Nach meiner Meinung haben wir jetzt viel mehr Spaß in der Klasse. Es war natürlich schade, dass nicht alle mitgefahren sind. Die Klassenfahrt hat mir sehr viel gebracht, weil ich jetzt mit einigen Schülern mehr und besseren Kontakt habe." (Keshia)

„Auf unserer Klassenfahrt fand ich es gut, dass unsere Klasse enger aneinander gewachsen ist. Trotzdem fand ich die Spiele außer der Wippe, die Wand und die Himmelsleiter eher kindisch. Das Matthias-Claudius-Haus war sehr schön, schon allein von den großen Zimmern her." (Manuel)

„Ich finde, dass die Klasse ruhiger geworden ist und sie hält immer zusammen, wenn es Probleme gibt." (Niko)

„Ich fand die Klassenfahrt sehr gut, weil wir über alles reden konnten. Wir sind jetzt eine bessere Klasse geworden als vorher und wir halten mehr zusammen als vorher." (Patrick)

Zwei Äußerungen über die „Auswirkungen" der Klassenfahrt auf die Klassengemeinschaft von Schülern, die leider nicht dabei sein konnten:

„Mir ist nach der Klassenfahrt aufgefallen, dass der Zusammenhalt in der Klasse besser wurde. Die Schüler haben mehr miteinander gesprochen, auch mit Schülern, mit denen sie meist nicht so oft geredet haben." (Thomas)

„Mir ist aufgefallen, dass meine Mitschüler sich nach der Klassenfahrt total verändert haben. Sie halten alle viel mehr zusammen als vorher und streiten sich auch nicht mehr so viel." (Ivonne)