Wenn Tränen fließen

"muss man sich selbst überwinden".

Warstein/ Eversberg 20 Schüler der Hauptschule Möhnetal verbrachten drei abenteuerliche Tage in Eversberg.

15.04.2008 • Von Dirk Lankowski

WARSTEIN/EVERSBERG Wildes Gekreische im tiefen sauerländischen Wald: "Hilfe, Mama" und "Ey, wo willst du hin? Ich check das nicht mehr." Doch dann sind es nur noch ein paar Meter und die beiden Schülerinnen haben es geschafft. Sie sind über ein wenige Millimeter dickes Seil balanciert. Beide haben sich gegenseitig motiviert und dass sie es geschafft haben, konnten sie kaum glauben. "Wir wollten nur heile unten ankommen", erzählen sie stolz.

Dann kam Christopher Oldenburg (14) mit seinem Freund an die Reihe, er ist begeistert von den Tagen und der Gang über das Seil gelang auch ihm: "Das ist kein Problem, man muss sich nur selbst überwinden." Dabei setzt er auf seine Klassenkameraden, die ihn sichern. "Man ist ein bisschen unsicher, aber man muss ihnen auch vertrauen", so der Schüler. Sarah Beele ging das ähnlich: "Es ist schon eine größere Herausforderung, man denkt erst gar nicht, dass man das schafft", so die 15-jährige Schülerin. "Am Anfang ist das heftig mit der Höhe", erzählte sie aufgeregt.

Doch spätestens am gestrigen Nachmittag trauten sich alle in luftiger Höhe zwischen den massiven Buchen zu klettern. "Wenn die Tränen fließen, weil es zu viel war", dann brauchen die Schüler eine Pause, schilderte Betreuer Frank Feldmann. "Aber es haben alle geschafft", resümierte er zufrieden.

Die eigenen Grenzen ausreizen, Teamarbeit stärken, das Gemeinschaftsgefühl der Klasse zu verbessern und dabei drei Tage in der Natur zu verbringen, darum ging es beim Ausflug der 20 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Möhnetal. Die Klasse 8c verbrachte jetzt drei Tage im Matthias-Claudius-Haus in Eversberg und dem darüber liegenden Hochseilgarten. Heute kehren die Schüler von einer abenteuerlichen Klassenfahrt zurück. Unterstützt wurde das Programm von der "Seilschaft", einem Verein für Jugendhilfe, mit Sitz in Arnsberg.

In Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeiterin Ines Bange, Klassenlehrerin Ramona Goesmann und Lehrer Peter Ott wurde ein Konzept für die Tage entwickelt. Die "Seilschaft" bot ein an erfahrungsorientierter Pädagogik angelehntes Programm an.

Am Montag ging es für die Mädchen und Jungen los. Im kleinen Hochseilgarten wurden die ersten Erfahrungen gemacht. "Die Schüler sollten eigene Strategien entwickeln", so Ines Bange. Gestern durften sie schließlich bis an ihre Grenzen gehen und sich im Hochseilgarten testen. "Viele sind über sich hinaus gewachsen", berichtete Bange, die einen großen Erfolg im neuen Konzept sieht. "Die Schüler sollten gucken, wo ihre Grenzen sind", erklärte auch Frank Feldmann, Mitarbeiter der "Seilschaft". "Es geht hier weniger um die sportliche Aktion, sondern um den Selbsterfahrungswert", schilderte Feldmann.