Mit vereinten Kräften in schwindelnde Höhe
Berufsorientierungscamp der Hauptschule im Hochseilgarten
Hoch hinaus haben sich gestern 47 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Warstein gewagt: Im Rahmen eines Berufsorientierungscamps haben die Klassen 8c und 8d ihre Stärken und Grenzen im Hochseilgarten Eversberg getestet.
„Ich habe jetzt schon Bauchschmerzen!“ Beim Anblick des Hochseilgartens inmitten eines mächtigen Buchenwaldes wurde es manchen Schülern ganz flau im Magen. Mit skeptischer Miene wanderten ihre Blicke die schmalen Strickleitern hinauf, Sprosse um Sprosse bis zu den blättrigen Baumkronen, an denen sich in luftiger Höhe die verschiedenen Stationen aufspannten. „Was hat das mit Berufsorientierung zu tun?“ fragten einige stirnrunzelnd.
Während die Einen es vorzogen, sich das Spektakel erst einmal vom Boden aus anzusehen, fanden sich schnell ein paar Mutige, die den Anfang machten: Gesichert durch ihre Klassenkameraden wagten sich Philipp Kruse, Florian Wiemar und Marius Bigge (8c) als Erste auf die „Himmelsleiter“, ein rund neun Meter hohes Ungetüm, das anmutete, als sei es für Riesen gebaut worden, die nach den Sternen greifen wollen.
Während die beiden Lehrer Maria Kruse und Wolfgang Kröger am Boden staunten („Das ist nichts für uns!“), überwanden die drei Jungen mit vereinten Kräften behände schaukelnde Leitersprosse um Leitersprosse, bis sie schließlich mit einem stolzen Lächeln zwischen den Baumkronen ankamen. Doch ganz so einfach, wie es von unten aussah, war der Kletterakt nicht: „Es war richtig geil, aber auch echt eine Überwindung“, sagte Florian Wiemar, sobald er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, und gab zu: „Ich hatte schon ein bisschen muffe.“
Muffensausen hatten derweil auch Esra Dülger und Janine Kruse aus der 8d, die sich mutig über die wackeligen Balken des „Fliegenden Stegs“ kämpften, welche mittels dicker Seile von den unten stehenden Klassenkameraden möglichst gerade gehalten werden sollten. Statt waagerecht standen die Balken jedoch völlig schief zueinander - und waren damit unüberwindbar. Die beiden Mädchen brachen ab und machten ihrem Ärger Luft: „Hier haben Leute gefehlt, die die Balken gerade halten!“ Und so mahnte Teipel die Gruppe: „Hier ist jetzt Arbeit angesagt - und zwar für alle! Das kann da oben sonst für die Leute nicht funktionieren!“ Teamwork als Grundvoraussetzung also. „Man kommt nur in der Gruppe voran, nur wenn alle an einem Strang ziehen“, verdeutlichte Lehrer Kröger noch einmal.
Und so war es denn auch: Als alle mit anpackten und miteinander kommunizierten, klappte es auch mit den Hindernissen. So haben die Achtklässler - als Schlüsselkompetenz für das (berufliche) Leben - vor allem eines gelernt: Sich selbst zu trauen und den anderen zu vertrauen. Oder, wie ein Schüler es vom Boden aus einer Kameradin zurief: „Du brauchst keine Angst zu haben - wir haben dich!“
Text + Fotos: Westfalenpost



