112 Kinder haben sich zur Stadtranderholung an der Martinschule angemeldet. Teilnehmer erkunden den Stadtwald, bauen kleine Holzhütten und vieles mehr ...

CAPPEL - "Ich will mit meinem Freund in eine Gruppe", bittet ein Junge. "Ich möchte mit meiner Schwester zusammen sein", beklagt sich ein Mädchen. Einige Tränen flossen gestern Morgen beim Start der Stadtranderholung in der Martinschule Cappel, denn die Gruppeneinteilung gefiel zunächst nicht jedem. Zum Glück war Tauschen möglich, und angesichts des abwechslungsreichen Programms waren die anfängliche Nervosität und Scheu unter den Teilnehmern sowieso bald verflogen.

Die Kinder der Stadtranderholung scharen sich um die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Pfeffer, Thomas Assmann vom DPWV und Albert Schröer, Leiter der Martinschule (hinten, v.r.).

Unter dem Motto "Abenteuercamp" steht in diesem Jahr die Ferien-Betreuung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV), die noch bis zum 11. Juli auf dem Gelände der Martinschule stattfindet. Thomas Assmann, Geschäftsführer des DPWV, und Schulleiter Albert Schröer hießen die Kinder auf dem Schulhof willkommen. Zur offiziellen Eröffnung hielt auch Sabine Pfeffer, stellvertretende Bürgermeisterin von Lippstadt, eine kleine Rede. So versprach sie allen kleinen Sommergästen eine "super-spannende Zeit" und schlug augenzwinkernd vor: "Solch ein geniales Programm solltet ihr mal euren Lehrern als Stundenplan vorlegen." Zuletzt ermunterte sie jene Kinder, die sich noch nicht so richtig auf die bevorstehenden Tage freuen mochten: "Auf diese Weise die Ferien zu verbringen ist doch viel besser, als vor der Glotze zu sitzen und Sponge Bob zu schauen", so Pfeffer.

112 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahren haben sich für die Stadtranderholung angemeldet. "Das erste Mal haben wir auch Kinder mit Behinderungen dabei", berichtet Thomas Assmann vom Wohlfahrtsverband. Nach ihrem Alter wurden die Jugendlichen in neun Gruppen aufgeteilt, die von 16 Helfern betreut werden. Mitveranstalter des Ferienspaßes sind die Kinder- und Jugendhilfe "Seilschaft" aus Arnsberg sowie die INI, die für die Verpflegung zuständig ist. Unterstützt wird das Projekt auch vom Verein "Für unsere Kinder", der dem "Abenteuercamp" sein Spielmobil zur Verfügung stellt.

"In diesem Jahr sollen viele Veranstaltungen im Freien stattfinden", erklärt Assmann das Konzept. Die Kinder können möglichst viele Naturerfahrungen sammeln", sagt Jenny Kullmann, Betreuerin von der Seilschaft. So würden die Gruppen zum Beispiel den Stadtwald besuchen, kleine Hütten-Modelle aus Holz bauen und Balancieren üben.

Und was erwarten die Kinder von einem "Abenteuercamp"? "Action, Spaß und die Förderung des Teamgeistes", verspricht sich der zwölfjährige Joa von diesem Motto. "Schließlich gehen wir in den Wald und dürfen klettern", ergänzt er. Etwas erleben möchten auch Kevin (10) und Johannes (10), der sich vor allem auf eine Aktion freut: "In der Anmeldung habe ich gelesen, dass wir ein Waldhaus bauen."

Bevor es jedoch gestern richtig los ging, rückte zunächst einmal das gegenseitige "Beschnuppern" in den Vordergrund. So standen einige Kennenlernspiele auf dem Programm, zum Beispiel "Plumpsack" oder eine Memory-Variante, bei der die Kinder untereinander nach Partnern suchen mussten. - tos

(Der Patriot, 01.07.2008)