Berufsorientierung zum Anfassen im Matthias-Claudius-Haus
Schüler der Gemeinschaftshauptschule lernen Teamgeist und Kooperation
Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit sind Schlüsselqualifikationen in der Arbeitswelt, weiß Doris Bathel, Klassenlehrerin an der Franz-Stahlmecke-Schule in Meschede. Im „Matthias-Claudius-Haus", der Ferien- und Tagungsstätte der Diakonie Ruhr-Hellweg in Eversberg, lernen die Schüler des 8. Jahrgangs diese Qualifikationen auf ganz praktische Weise beim Beruforientierten Lernen. Unterstützt werden sie dabei von den Erlebnis- und Erfahrungspädagogen der „Seilschaft". Die stellen den Schülern während ihres fünftägigen Aufenthalts kniffelige Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden können.
„Hier ist Teamgeist gefragt", erläutert die 13-jährige Suheyna und reicht ein weiteres Holzstück nach vorn. Mit Hilfe der Holzstücke bahnt sich die Klasse einen Weg durch einen imaginären Sumpf. Berührt einer den Boden, heißt es für alle: zurück an den Start. „Auch das Durchhaltevermögen wird hierbei geübt", meint die Klassenlehrerin und freut sich über den Ehrgeiz der Gruppe. „Warte, Alter", fordert ein Junge, bevor sein Mitschüler einen erneuten Versuch startet. Im Kreis berät die Klasse eine Strategie, wie alle gemeinsam zum Ziel kommen können. Dass Miteinanderreden und Abstimmungen wichtig sind, erfahren die Schüler hier hautnah - und vor allem auch, dass Lernen Spaß machen kann. Dazu trägt maßgeblich der Hoch- und Niedrigseilgarten bei. Beim Klettern auf der zwölf Meter hohen Himmelsleiter wachsen einige angefeuert von der ganzen Klasse über sich hinaus. Sie erfahren aber auch, wie viel Mut es erfordert, sich selbst Grenzen einzugestehen. Nach jeder Übung wertet die Klasse die Übung aus. Die gesammelten Erfahrungen werden auf Alltagssituationen in der Klasse oder im Berufsleben übertragen.
Der außerschulische Lernort macht sich bezahlt, wissen auch die Pädagogen der Drost-Rose-Realschule aus Lippstadt, die schon das dritte Jahr in Folge mit allen Klassen der Jahrgangsstufe 9 zum Sozialkompetenz-Training ins „„Matthias-Claudius-Haus"" kommen, um die Klassengemeinschaft zu stärken. Zwei Trainer von der Ambulanten Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie Ruhr-Hellweg lassen die Schüler auch körperlich erspüren, was es heißt, Verantwortung füreinander zu übernehmen, Hilfe zu erhalten und im wahrsten Sinne von der Klassengemeinschaft getragen zu werden. „Auf diese nachhaltigen Erfahrungen können wir uns auch später im Unterricht immer wieder beziehen", wissen die Klassenleitungen Christiane Nolte und Carsten Hesse. Sie schätzen am „„Matthias-Claudius-Haus"" besonders das freundliche Hausteam, die traumhafte Lage mitten im Wald und natürlich die besonderen erlebnispädagogischen Installationen. „Das Haus ist playstationfreie Zone, hat nur einen eingeschränkten Handyempfang. Das fördert beim abendlichen Lagerfeuer oder bei der Nachtwanderung die Klassengemeinschaft auch außerhalb des Trainingsprogramms", unterstreicht Schulsozialpädagoge Tobias Hillemeier die Vorteile des Hauses.
Quelle: Diakonie Ruhr-Hellweg



