An die Grenzen gehen
Eversberg, Zehn Meter türmen sich vor ihm auf. Zehn Meter, die nur mit Händen und Füßen zu bewältigen sind - und einem Sicherungsseil, das über den Karabiner am Gurt hängt. Ganz geheuer ist Florian der neue Kletterturm am Matthias-Claudius-Haus in Eversberg nicht.Mut, Selbstvertraunen und Teamgeist fördert der neue Kletterturm am Matthias-Claudius-Haus
Sekunden später hat er seine Angst überwunden und hangelt sich von einem bunten Klettergriff an der Holzwand zum nächsten. Immer höher zu den Gesichtern, die ihn mit einem aufmunternden "Du schaffst das!" in zehn Metern Höhe erwarten.
Stets dem eigenen Mut, dem eigenen Selbstvertrauen und ganz viel Teamgeist auf der Spur - seit Kurzem erst hat der neue Kletterturm genau das zu bieten, was nicht nur Jugendliche im ganz normalen Alltag immer öfter vergeblich suchen. Neben Spaß und Spannung müssen hier auch Erwachsene und größere Kinder mit dem Team die richtigen Absprachen treffen, gemeinsam den eigenen Weg nach oben finden und sich voll und ganz auf die Partner verlassen können. Die "Seilschaft" steht mit einem Team von 17 pädagogisch qualifizierten Trainern bereit, um nicht einfach nur beim Aufstieg zu helfen. Sie führen die Teilnehmer vor allem an die eigenen Grenzen heran und begleiten sie bei einer Erlebnisreise durch oft unentdeckte Gefühlswelten.
"Hier geht es nicht nur um den Spaß an der Sache", betonen Frank Feldmann und Oliver Teipel von der "Seilschaft". "Unsere Südwand' stellt unzählige Aufgaben, die nur gemeinschaftlich zu bewältigen sind", betonen sie. Vor allem Schulen und Vereine können sich hier unter pädagogischer Anleitung gemeinschaftlich ungeahnten Herausforderungen stellen.
Der Kletterturm ist das jüngste Element von vielen, die sowohl der Niedrig- als auch der Hochseilgarten am Matthias-Claudius-Haus inzwischen zu bieten haben. Schon seit sieben Jahren können Gruppen hier mit der "Seilschaft" im Verein für Kinder- und Jugendhilfe auf riesigen Wippen, in Teamspielen oder auf Seilen in luftigen Baumhöhen ihrer Teamfähigkeit nachspüren und eigene Stärken neu entdecken.
Sauerlandkurier, 24.06.2009



